Fragen der Leistungsbeurteilung bei Lese-/Rechtschreibschwäche

Leistungsbeurteilung

Die Berücksichtigung der LRS erfolgt durch eine intensive Ausschöpfung der gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten der Leistungsfest-stellung und Leistungsbeurteilung. Die folgenden gesetzlichen Bestimmungen sind auch bei LRS grundsätzlich anzuwenden:

  • Schulunterrichtsgesetz, BGBl. Nr. 472/1986, §§ 18, 20, 38
  • gültige Leistungsbeurteilungsverordnung, insbesondere § 3 LBVO: Alle darin angeführte Formen der   Leistungsfeststellung sind zu berücksichtigen und grundsätzlich als gleichwertig anzusehen.
  • § 14 LBVO: Beurteilungsstufen/Noten
  • § 16 (1) LBVO: Für die Beurteilung von Schularbeiten sind folgende fachliche Aspekte maßgebend: Inhalt, Ausdruck, Sprachrichtigkeit und Schreibrichtigkeit  

Zu bewerten ist in erster Linie, welche wesentlichen Bereiche der/die SchülerIn welchem Maße beherrscht. Diese Einschätzung obliegt der korrigierenden Lehrkraft. Um einerseits eine faire Einschätzung im Sinne der inneren Differenzierung treffen zu können und andererseits eine adäquate Rückmeldung an die SchülerIinnen zu bewerkstelligen, wird empfohlen, Verstöße in den Bereichen der Rechtschreibung, der Grammatik und der Zeichensetzung Fehlerkategorien zuzuordnen. Die Verrechnung von Einzelfehlern bzw. eine reine Orientierung an Defiziten des Schülers/der Schülerin wird diesem Anspruch nicht gerecht. Diese Vorgangsweise soll sicherstellen, dass sich aus schlechten Leistungen im Bereich der Schreibrichtigkeit allein nicht zwingend eine negative Leistungsbeurteilung ergibt.

Leistungsbeurteilung Zentralmatura

Für die Beurteilung von Kandidat/innen mit Lese-/Rechtschreibschwäche im Rahmen der standardisierten Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung ist das Rundschreiben Nr. 32/2001 anzuwenden. Grundsätzlich erfolgt die Beurteilung bei der Teilprüfungen der sR(D)P aufgrund eines begründeten Beurteilungsvorschlages durch die Prüfungskommission gem. § 38 Abs. 1 und 2 SchUG unter Anwendung des § 18 Abs. 2-4 und 6 des SchUG. Für die Korrektur und Beurteilung der standarisierten kompetenzorientierten Klausurarbeiten stehen sog. zentrale Korrektur- und Beurteilungsanleitungen (§ 38 Abs. 3 SchUG) zur Verfügung, die die Grundlage für den Beurteilungsvorschlag bilden. Diese zentralen Korrektur- und Beurteilungsanleitungen lassen auch bei einer Lese- und Rechtschreibschwäche genügend Spielraum, Leistungen der formalen Schreibrichtigkeit (z.B.: Rechtschreibung) entsprechend zu bewerten und ggf. durch Leistungen in anderen Bereichen der normativen Sprachrichtigkeit auszugleichen.