Alkohol

Eine gesundheitsfördernde und unterstützende Schule hat Einfluss auf das Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern. 15 % der 15-jährigen gehören einer abstinenten Peergruppe an, 12 %einer Peergruppe, in der Besäufnisse dazugehören. Diese Peergruppen unterscheiden sich signifikant nach ihren Schulerfahrungen: wichtige Faktoren sind das Wohlfühlen in der Schule (Schul- und Klassenklima) und das Ausmaß der Unterstützung durch die Lehrer/innen. Quelle: WHO-HBSC-Survey, 2002

Auf europäischer Ebene wurden als Besorgnis erregende Haupttrends der Trinkgewohnheiten junger Menschen zunehmende Alkoholerfahrungen unter Kindern und stärkere Verbreitung von mit hohen Risiken verbundenem Trinkverhalten und Rauscherfahrungen, sowie Mix von Alkohol mit anderen psychotropen Substanzen (Mehrfachdrogenkonsum) beobachtet.

Zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr machen die Jugendlichen die ersten Erfahrungen mit Alkohol. 

Komatrinken: Ein psychologischer Kommentar zu einem aktuellen Phänomen

Genau gesagt handelt es sich nicht um ein erst jetzt aufgetretenes Problem, Komatrinken ist aber jetzt – auch aufgrund tragischer Folgen – in das gesellschaftliche Bewusstsein getreten.

Komatrinken kann – unabhängig von der Erklärungsperspektive des Suchtverhaltens - Vieles sein: Ein autoagressiver Akt, der aufgrund seiner destruktiven und zugleich demonstrativen Eigenschaften durchaus in eine Reihe mit selbstverletzendem Verhalten zu stellen ist. Komatrinken kann aber auch Ausdruck einer Sinnkrise sein und stellt dann eine Variante des Eskapismus dar (Flucht aus der Realität in die „Bewusstlosigkeit“). Sinnkrisen haben Vorboten: Äußerungen über die selbst empfundene Hilflosigkeit bei der Bewältigung von Problemen, über Einsamkeit und fehlende Sinnperspektiven. Komatrinken kann in diesem Zusammenhang auch als suizidale Handlung verstanden werden- eine Form eines nicht nur mentalen, sondern auch physischen Eskapismus.  Schließlich kann Komatrinken auch als Verhaltensstörung aufgefasst werden. Hier sind vielfache Ursachen möglich: Aufstand gegen empfundene Dressur, Krieg der Normen, Protest gegen eine düstere Zukunft, Rebellion gegen Ungerechtigkeit und falsche Harmonie, Leistungsabsage, Protest gegen den Unterricht u. v. a. m. Die Fülle der Ursachen des Komatrinkens zeigt auf: Man kann dem Phänomen nur durch eine Vielzahl differenzierter, individuell anzupassender Konzepte begegnen.

Franz Sedlak, ehem. Leiter der Abt. Schulpsychologie

SUIZIDPRÄVENTION Austria

SUPRA-Portal: www.suizid-praevention.gv.at