ZWISCHENLÖSUNGEN
(„Schöpferische Pause im Ausbildungsverlauf“)
Text von Gertraud und Hans Turrini
Viele junge Menschen wollen oder können (noch) keine Entscheidung darüber treffen, was sie einmal (beruflich) werden wollen. Gründe dafür können sein,
Auch die gesellschaftliche Entwicklung erschwert Entscheidungen:
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Als Zwischenlösungen bieten sich unter anderem an:
Jobs, Praktika, Workcamps und Aupair
Die ARGE „Österreichische Jugendinfos“ hat dazu zwei Broschüren (Inland und Ausland) herausgegeben, die man unter www.jugendinfo.at bestellen oder sich in den Landesjugendbüros der Landesregierungen besorgen kann.
Diese BroschürenFreiwilligen Sozialen Jahr“, "Freiwilligen Ökölogischen Jahr" über vierwöchige sozial-karitative Bauprojekte oder Aupair und viele andere Möglichkeiten bis zu Kurzpraktika bei Biofarmern im In- und Ausland. beinhalten überraschend viele Arbeitsmöglichkeiten, die kaum bekannt sind. Sie reichen vom „
Berufeschnuppern
(Näheres siehe Schritt 6 des Internetkurses zur Studien- und Berufswahl)
Schnupperstudium
Man hört sich an der Universität verschiedene Vorlesungen in denjenigen Studienrichtungen an, die einen interessieren. (Potentielle Stipendiumsbezieher müssen auf die gesetzlichen Bestimmungen bei Studienwechsel achten.)
Zeit nützen - gründlich reflektieren!
Den jungen Leuten, die sich für eine „Zwischenlösung“ entscheiden, muss dringend ans Herz gelegt werden, dass sie sich für diese Zeit Gesprächspartner suchen, um ihre Erfahrungen austauschen und besprechen zu können.
Zwei Stimmen von Betroffenen
„Ich habe auch schon das Argument gehört, man verliere ein Jahr, wenn man ein Zwischenjahr macht. Ich finde aber, man sieht einmal etwas anderes, und geistig wächst man meiner Meinung nach einige Jahre. Abgesehen davon gibt es einige, die zwar direkt nach der Matura ein Studium beginnen, aber später dann das Studienfach noch wechseln. Da ’verliert’ man ja auch Zeit.“ (Aus: Zwischenlösungen ; herausgegeben von der Erziehungsdirektion der Studien- und Berufsberatung des Kantons Zürich, 19, 1993, S 4)
…und:
„Ich war mal einfach schulmüde und schulsatt. Ich wollte etwas anderes sehen und Selbständigkeit erwerben, nicht nur in materieller Hinsicht. Die Ablösung von zu Hause konnte in jener Zeit stattfinden. Ich machte diese Zwischenphase, weil ich mich damals nicht entscheiden konnte und wollte für irgend etwas Bestimmtes. Wie ich schon sagte, hatte ich auch wahnsinnige Lust, etwas Handwerkliches zu tun, ich wollte andere Leute kennen lernen und meine Sinnkrise überwinden. Ich brauchte einfach etwas Zeit für mich. Zeit zum Überlegen, was ich will bzw. nicht will, ich wollte meinen Horizont erweitern und das „wirkliche“ Leben kennen lernen. Ich brauchte Zeit, um persönlich zu mir zu finden, auch um etwas zu tun, wovon ich überzeugt war, dass es etwas Nützliches und Vernünftiges ist. Ich konnte neue Maßstäbe kennen lernen, die in anderen Arbeitsverhältnissen und unter anderen Leuten gelten“(a. a. O., S 28).