Hintergrundinfo

Bildungsinformation

Ausgangssituation

​​​​​​​Die Wahl des Bildungs- und Berufswegs nach der Matura wird durch die Vielzahl an neuen Angeboten immer komplexer. Da Karrieren heute selten linear verlaufen, sorgt diese Entscheidung bei vielen Maturantinnen und Maturanten für Unsicherheit. Studien zeigen, dass rund ein Viertel von ihnen zum Zeitpunkt der Matura noch keine Entscheidung getroffen hat. Gut reflektierte Entscheidungen erhöhen jedoch die Erfolgsaussichten und fördern wichtige Zukunftskompetenzen wie Selbstreflexion und Planungsfähigkeit. Es gehört daher zu den Qualitätsmerkmalen einer Schule, Jugendliche bei diesem Orientierungsprozess fächerübergreifend zu unterstützen.​​​​​​​


Erwartungen von Hochschulen

an Maturierende

Hochschulen sind sehr vielfältig, weshalb allgemeine Anforderungen schwer zu definieren sind. Da zukünftige Berufsanforderungen unklar bleiben, müssen Bildungseinrichtungen vor allem die Fähigkeit vermitteln, Wissen selbstständig zu strukturieren und kritisch zu beurteilen.

Zentrale Kernkompetenzen für das Studium

  • Lebenslanges Lernen: Erfordert Neugier, Selbstorganisation und Eigenverantwortung.
  • Umgang mit Komplexität: Zusammenhänge erkennen, Widersprüche prüfen und Entscheidungen treffen.
  • Metakompetenzen: Höhere Schulen müssen gezielt Zeitmanagement, Stressbewältigung und Lerntechniken fördern.

Die Rolle der Schule
Schulen haben eine Schlüsselrolle. Sie müssen Lernende motivieren, individuell betreuen und optimal auf das geforderte, selbstgesteuerte Lernen an Universitäten und Fachhochschulen vorbereiten.


Entscheidung als Prozess

Bildungs- und Berufsentscheidungen sind wichtige Lebensentscheidungen. Die Entschei­dungssituation nach Beendigung der Schulausbildung kommt nicht überraschend. Es besteht also die Chance, sich rechtzeitig darauf vorzubereiten. Dies ist umso notwendiger, als sowohl auf der Seite der Bildungs- und Berufsmöglichkeiten, als auch auf Seiten der persönlichen Voraussetzungen, Wünsche und Lebensumstände viele verschiedene, oft unklare und manchmal auch widersprüchliche Faktoren zu berücksichtigen sind.

Gerade aber die Einbeziehung der ganzen Persönlichkeit und die Gewinnung einer möglichst klaren Vorstellung von dem, wofür oder wogegen sich eine Person entscheidet, führt zu gut reflektierten ganzheitlichen Entscheidungen, die Erfolg versprechend sind. Entscheidungen brauchen also einerseits gute Vorbereitung, andererseits aber auch entschiedene Umsetzung.

Basierend auf entscheidungstheoretischen Erkenntnissen wird im Rahmen von key2success ein Entscheidungsmodell vorgeschlagen, das aus folgenden Schritten besteht

  1. Klarheit über eigene Ziele und Werte gewinnen
  2. Ideen entwickeln – Alternativen überlegen
  3. Informationen sammeln
  4. Alternativen bewerten, Konsequenzen abschätzen
  5. Entscheidung treffen
  6. Entscheidung umsetzen
Wichtige Prinzipien bei diesem Entscheidungsprozess
  • Am Beginn stehen nicht mögliche Lösungen (=Realisierungsvarianten), sondern die Beschäftigung mit sich selbst.
  • Der Ausgangspunkt für das Finden von Lösungen ist primär die eigene Persönlichkeit.
  • Informationsrecherchen erfolgen gezielt, im Hinblick auf die Erweiterung des eigenen Wissens und die Konkretisierung der Vorstellung von Realisierungsvarianten und deren Konsequenzen.
  • ​​​​​​​Informationen müssen hinsichtlich der persönlichen Relevanz bewertet werden.
  • Die Umsetzung der Entscheidung ist Bestandteil des Entscheidungsprozesses.

Kompetenzentwicklung und lebensbegleitendes Lernen

Bereits die derzeitige Situation in der Arbeitswelt, mit sich stark verändernden Qualifikationsanforderungen und Berufsprofilen, und die zu erwartende weitere Beschleunigung dieser Prozesse in der Zukunft führen für jede/n Einzelne/n zur Notwendigkeit, sich im Laufe des Lebens ständig weiterzubilden und sich immer wieder hinsichtlich des Bildungs- und Berufsweges neu zu orientieren. In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates von Lissabon (2000) wird bekräftigt, dass der erfolgreiche Übergang zur wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft mit einer Orientierung zum lebenslangen Lernen einhergehen muss. Dies hat tiefgreifende Konsequenzen für die Bildungs- und Berufsbildungssysteme und damit auch für die Gestaltung des Bildungs- und Berufsweges jedes und jeder Einzelnen.


Einige für die Berufs- und Bildungswahl wichtige Entwicklungen in diesem Zusammenhang

  • ​​​​​​​​​​​​​​Die persönlichen Kompetenzen sind die entscheidenden Orientierungshilfen für Berufskarrieren.
  • Die Kompetenzentwicklung erfolgt in vielfacher Weise (formales Lernen in Bildungsinstitutionen, aber auch nicht-formales Lernen durch Erfahrungen aus unterschiedlichen Tätigkeiten, persönlichen Initiativen, Interessen…).
  • Phasen des Lernens und der Beschäftigung wechseln einander ab bzw. gehen bisweilen ineinander über.
Es gibt mehrere Wege zu formalen Abschlüssen
  • Abschlüsse bei verschiedenen Bildungsinstitutionen (z.B. auch bei Universitäten) unterscheiden sich stärker als früher in ihrer inhaltlichen Ausrichtung.
  • Die Aufgabe der Planung des eigenen Bildungs- und Berufsweges wird durch diese Entwicklungen komplexer und individueller. Eine einmal getroffene Entscheidung reicht nicht aus: Es sind immer wieder neue Entscheidungen nötig.​​​​​​​

Ziele von key2success

Die Initiative verfolgt folgende drei Hauptziele:

  1. Sensibilisierung der Maturierenden für Fragen der Bildungs- und Lebensplanung und den Prozesscharakter von Entscheidungen. Schülerinnen und Schüler sollen bereits ab dem vorletzten Schuljahr (7. Klasse AHS, IV. Jahrgang BHS) dafür sensibilisiert und dazu motiviert werden, sich mit eigenen Zukunftsfragen zu beschäftigen. Es soll ihnen dabei gezeigt werden, dass Bildungs- und Berufsentscheidungen Prozesse sind, für die man sich Zeit nehmen muss und bei denen man sich mit der Lösung (=der tatsächlichen Entscheidung) nicht am Anfang, sondern erst ganz am Schluss beschäftigen sollte.
     
  2. Sicherstellung der flächendeckenden Grundinformation von Maturierenden über Bildungsalternativen nach der Matura. Durch die flächendeckende Verteilung des Folders „key2success“ samt entsprechender Erläuterung durch die Schüler- und Bildungsberatung soll diese Grundinformation sichergestellt werden.
     
  3. Sensibilisierung der Schulen: Die Unterstützung der Bildungs- und Berufsentscheidung von Absolventinnen und Absolventen ist ein wichtiger Teil der Schulqualität. Durch die Initiative und die begleitenden Informationen und Materialien soll das Anliegen erklärt und Schulen zur Setzung von zusätzlichen Aktivitäten, Projekten, Schwerpunktsetzungen und dgl. motiviert werden.

Programm 18plus
​​​​​​​Webseite Programm 18plus

​​​​​​​​​Statistiken und Berichte
Das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) veröffentlicht hochschulstatistische Daten, Zahlen und Fakten auf unidata, dem hochschulstatistischen Informationssystem.

Lifelong Learning
Lifelong Learning Platform | Civil Society
​​​​​​​Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen

​​​​​​​Key2success​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​ 
​​​​​​​Folder des Bundesministeriums für Bildung (BMB)

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