Nationale Strategie

Aktuelle Schwerpunkte

​​​​​​​Wo setzt die Schulpsychologie im Zuge der Nationalen Strategie zur psychosozialen Gesundheitsförderung und schulischen Gewaltprävention aktuell an?

  • Qualitätsentwicklung (QMS
    • QMS (Qualitätsmanagement Schule) ist das ab dem Schuljahr 2021/22 für alle Schularten geltende Qualitätsmanagementsystem. QMS verfolgt vor allem das Ziel das Lernen und die Lernergebnisse von Schüler/innen bestmöglich zu unterstützen. Dabei spielt die Gesundheitsförderung und Gewaltprävention eine wichtige Rolle. ​​​​​​​
    • Weiterentwicklung des Screening- und Evaluationsinstruments zu Gewaltvorkommen an Schulen (AVEO)
      • AVEO unterstützt und fördert eine qualitätsorientierte, gesundheitsförderliche sowie gender- und diversitätsgerechte Schulkultur, um Konflikte und Gewalt an der Schule wahrzunehmen und bei Bedarf einzugreifen
  • Verhaltensvereinbarungen
  • Mobbingpräventionsbeauftragte​​​​​​​​​​​​​​ 
    • unterstützen unmittelbar Betroffene im Bundesbereich eingesetzte Bedienstete von Bundesschulen, Bildungsverwaltung, Pädagogischen Hochschulen und anderen direkt nachgeordneten Dienststellen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Mobbingverdachtsfällen. 
  • Ausbau Psychosozialer Unterstützungssysteme
    • Aufstockung der Schulpsychologie um 20 %
  • Nationales Projekt "Wohlfühlzone Schule" ​​​​​​​
    • In der gemeinsamen Initiative „Wohlfühlzone Schule“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung und Fonds Gesundes Österreich soll die psychosoziale Gesundheit aller Menschen in Schulen gefördert werden.
  • eine jährliche Netzwerktagung​​​​​​​ 

Als Ergebnis der Analysen der bisherigen Arbeit wurden im Rahmen des Vernetzungstreffens 2017 neben einem umfassenden Handlungsleitfaden eine Charta verabschiedet. Diese verbalisiert handlungsleitende Grundsätze einer wirkungsvollen und nachhaltigen Präventionsarbeit. Charta zur Etablierung von Schule als gesundheitsfördernden und gewaltfreien Lebensraum:

 

Psychosoziale Gesundheit fördern
Wir gestalten Schule als Ort der Gemeinschaft und des Wohlbefindens.

Unterricht schülerzentriert und partizipativ gestalten
Persönlichkeitsstärkung und soziales Lernen sind Basis lebenslangen sich Bildens.

Null Toleranz bei Gewalt leben
Gemeinsam gestalten wir eine Schule, in der Gewalt keinen Platz hat.

Vielfalt anerkennen/Kultur der Achtsamkeit
Wir leben Vielfalt. Sie ist für uns Bereicherung und eröffnet Möglichkeiten.

Diskriminierungen benennen und ablehnen
Wir setzen uns konsequent für Gleichwürdigkeit und Gleichbehandlung ein.

Selbst-, Sozial- und Systemkompetenz stärken
Wir arbeiten an unserer Weiterentwicklung – individuell und als Lebenswelt Schule.

Miteinander reden
Wir engagieren uns für vernetztes Handeln, soziale Verantwortung und demokratisches Miteinander.

BMBWF & FGÖ 2019 (erweiterte Fassung auf Basis der "Charta - Etablierung einer gewaltfreien Schulkultur", veröffentlicht 2017 vom Bundeszentrum ÖZEPS (jetzt NCoC, National Competence Center Psychosoziale Gesundheitsförderung) im Auftrag des BMBWF in der Handreichung "Mobbingprävention im Lebensraum Schule​​​​​​​", S. 135)

 


 

Das Phänomen Gewalt und Mobbing betrifft alle Mitgliedstaaten der EU. Mobbing verstößt gegen unsere gemeinsamen Werte der Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung. Die Folgen sind schwerwiegend und langfristig. Seelische und körperliche Gesundheit von Opfern als auch TäterInnen sind gefährdet. Gewalterleben innerhalb der Schule steht auch im Zusammenhang mit frühzeitigem Schulabbruch. (Early school leaving – Drop Out: Reducing early school leaving: Key messages and policy support. Final report of the thematic working group on early school leaving.​​​​​, Europäische Kommission 2013)

Die nationalen Bemühungen der gemeinsamen Strategie gegen Gewalt zeigen Erfolg. Die Anzahl der Bullying-Wiederholungs-Täter*innen ist von 2002 bis 2014 von 17,7% auf 13,2% gesunken, die Zahl der Bullying-Opfer ist nach wie vor hoch. Österreich liegt im internationalen Vergleich auf Rang fünf bei der Zahl der 13Jährigen Bullying-Täter*innen, sowie auf Rang vier bei der Zahl der Bullying Opfer. Es besteht nach wie vor Handlungsbedarf. (vgl. Health behaviour in school-aged Children (HBSC) - International Report from survey 2013/2014 und HBSC-Erhebung aus 2018)                                                                

Kinder und Jugendliche mit Migrations- oder Fluchterfahrung oder anderer kultureller Orientierung, mit Problemen sich sozial zu inkludieren bzw. Anschluss zu finden oder mit anderer sexueller Orientierung  bedürfen besonderer Unterstützung im Zusammenhang mit Mobbing und Gewalt. Resultiert aus schulischem Gewalterleben frühzeitiger Schulabbruch so vermindert dies spätere Lebens- und Berufschancen und trägt langfristig dazu bei, dass persönliche Risiken wie Gesundheitsgefährdung, soziale Ausgrenzung oder Arbeitslosigkeit über die Lebensspanne hinweg hoch sind. Dies sollte bei der Weiterentwicklung der Nationalen Strategie zur schulischen Gewaltprävention berücksichtigt werden. (Downes, Paul/ Cefai, Carmel: How to Prevent and Tackle Bullying and School Violence: Evidence and Practices for Strategies for Inclusive and Safe Schools​​​​​​​, NESET II report, Luxembourg: Publications Office of the European Union 2016).                                                   

Lehrpläne, welche die soziale und emotionale Bildung berücksichtigen, spielen eine Schlüsselrolle für die persönliche Entwicklung und tragen dazu bei, eine Kultur der Gewalt an Schulen zu verhindern. Ausreichend Unterrichtszeit für soziale und emotionale Bildung in allen europäischen Schulen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Prävention von Mobbing und Gewalt an Schulen. Downes, Paul/ Cefai, Carmel: How to Prevent and Tackle Bullying and School Violence: Evidence and Practices for Strategies for Inclusive and Safe Schools​​​​​​​, NESET II report, Luxembourg: Publications Office of the European Union 2016).Die Schule nimmt Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit von Schüler*innen. Nachhaltige Präventionsarbeit beinhaltet Aufklärung, Angebot und Durchführung von Fortbildungen sowie Aufmerksamkeit aller Beteiligten statt Ignoranz und Reaktion. Es bedarf Maßnahmen bei Mobbingvorfällen und es braucht eine umfassende Schulstrategie.
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